Montag, 8. September 2008
Schon wieder Tofo...
Also, so wie Heike in ihrer Email vermutet, bedeuten die Pausen die wirklichen Abenteuer... Ich war von Tofo aus noch weiter im Norden und war dort bei einer Familie privat untergebracht. Das hiess kein Strom, fliessend Wasser nur draussen...
Also, man muss sich das ganze als eine Ansammlung von Huetten vorstellen, in meinem Fall mit einem befestigten Haus in der Mitte. In diesem Steinhaus gab es auch eine Toilette, wobei die keine Spuelung hat, sondern man muss mit kleinen Eimern nachspuelen. Und duschen konnte man dort auch, allerdings auch mit einem Schoepfer, indem man sich das in Kuebeln gesammelte Wasser einfach ueber den Kopf goss. Manchmal war das ganz schoen kalt, aber weiterhin wirklich kein Problem, nur dass ich die Toilette nur benutzen konnte, wenn die Mutter der Familie wach und zu Hause war. Somit wurde das Suchen einer vernuenftige Toilette manchmal zum tagfuellenden Programm...
Und das ganze war jetzt nicht einfach auf dem Dorf, in der Ferne, sondern in einer sogar ziemlich grossen Stadt. Ganze Strassenstriche haben dort keinen Strom, auch keine Kanalisation (das ist in sehr vielen Orten immer noch der Fall), aber jeder hat ein Handy und auch eine Emailadresse... Kaum zu glauben, welche Entwicklungsschritte da auf einmal gemacht wurden, und was wiederum uebersprungen wurde.
Ich habe dort sehr interessante Begegnungen gehabt, alleinerziehende Muetter mit mehreren Haeusern, Gaestezimmern und grossem Auto (also RICHTIG erfolgreich) genauso wie "junge Maenner", die keinen richtigen Job zu haben schienen, sich auch nicht wirklich darum bemuehen, vielleicht aus Frust, weil es so schwer und aussichtslos ist. Wenn man es hier zu etwas bringen will, muss man sehr viel Durchsetzungsvermoegen haben, richtig Biss und vielleicht sogar ein bisschen Aggressivitaet. Das scheint nicht wirklich der Mentalitaet der Menschen hier zu entsprechen, weshalb auch die meisten touristischen Einrichtungen in der Hand von Auslaendern sind. Das ist irgendwie frustrierend. Und diese Auslaender sind auch nicht immer die sympatischsten! Ich habe auch davon einige kennen gelernt.... Teilweise muss ich sagen: Nein, danke! Da schon lieber Kontakt mit armen aussichtslosen Afrikanern. Aber Luisa, die Frau die ich oben beschrieben habe, ist doch ein leuchtendes Beispiel. Vielleicht wird es auch fuer andere bald besser.
So, soweit fuer heute, jetzt wuerde ich gerne ein paar bilder laden, aber das hat mich schon viel Geld und Nerven gekostet... und es klappte bei weitem nicht immer. Es klappt eher gar nicht. Jetzt habe ich hier noch mal Hoffnung. Vielleicht bald mehr. Dann kann ich auch zeigen, wo ich war.
Liebe Gruesse nach Deutschland und den Rest der Welt. Bis bald!
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